Glossare können für Bibelleser eine wichtige Quelle erklärender Informationen sein. In ihrem kurzen Artikel über Glossare gibt Katherine Barnwell einige hilfreiche Tipps. Bezüglich des richtigen Zeitpunkts für den Beginn eines Glossars schreibt sie:
„Übersetzer sollten nicht warten, bis das Neue Testament fertiggestellt ist, bevor sie über ein Glossar nachdenken. Notieren Sie sich während des Übersetzungsprozesses alle Punkte, die Sie in ein Glossar aufnehmen möchten.“
Bereiten Sie das Glossar rechtzeitig in der Zielsprache vor, um Testmöglichkeiten zu schaffen. Die Einträge sollten zusammen mit dem Bibeltext geprüft werden.
Selbst eine vorläufige Veröffentlichung eines einzelnen Buches der Heiligen Schrift sollte ein Glossar (nur zu diesem Buch) enthalten. Dies bietet die Möglichkeit, das Glossar zu testen und die Leser in dessen Verwendung zu schulen.[1]."
Ich habe festgestellt, dass manche Übersetzungsprojekte lediglich das Glossar aus einer gängigen Sprachübersetzung übernehmen. Dieser Ansatz kann unnötige Begriffe enthalten und wichtige, aber notwendige Begriffe auslassen. Barnwell gibt hierzu ebenfalls wichtige Hinweise:
„Die Glossareinträge unterscheiden sich je nach Sprache und hängen davon ab, wie die einzelnen Begriffe im Text übersetzt wurden und welche kulturellen Gegebenheiten in dem jeweiligen Sprachraum eine Rolle spielen. Hat beispielsweise ein lokales kulturelles Merkmal dieselbe Funktion wie in der altjüdischen Kultur, ist kein Glossareintrag nötig. Ebenso wenig ist ein Glossareintrag erforderlich, wenn ein unbekannter Begriff im Text sinnvoll und vollständig wiedergegeben wurde.“[2]."
Falls Sie und Ihr Team sich dafür entscheiden, Ihr Glossar auf einem bestehenden Glossar zu basieren, empfehle ich Ihnen, Barnwells Rat zu berücksichtigen und Einträge zu löschen, die nicht notwendig sind, weil sie im Text vollständig verständlich sind, und Begriffe hinzuzufügen, die nicht im Musterglossar enthalten waren, aber in Ihrer Übersetzung in die Landessprache einer weiteren Erklärung bedürfen.
Merkmale eines gut formulierten Glossars
Gut strukturierte Glossare sollten Folgendes enthalten:
- Alphabetisch geordnet nach dem Alphabet der jeweiligen Landessprache und nicht nach dem Alphabet einer allgemein verbreiteten Sprache.
- Verlinkt mit den Versen, in denen die Begriffe vorkommen, um den Lesern die Verwendung zu erleichtern.
Paratext bietet Möglichkeiten, beide Kriterien ohne großen Aufwand zu erfüllen!
Obwohl Paratext kein spezielles Glossar-Tool bietet, ist die Funktion zum Erstellen eines Glossars in das Tool für biblische Begriffe integriert. Sie können zwar ein Glossar einfach in das Glossarbuch (GLO) Ihres Projekts eingeben, aber wenn Sie das Glossar über das Tool für biblische Begriffe erstellen, wird es alphabetisch nach der Sortierreihenfolge in den Spracheinstellungen Ihres Projekts sortiert.
Das manuelle Verschieben von Glossareinträgen bei der Hinzufügung neuer Begriffe kann sehr aufwendig sein. Wie viel praktischer ist es doch, wenn Paratext das für Sie erledigt!
Paratext bietet außerdem eine Funktion zum Markieren von Begriffen im Fließtext, für die es Glossareinträge gibt. In der Druckversion Ihres Textes sehen die Leser ein „*“ neben dem Wort, das sie darauf hinweist, dass es einen Glossareintrag für dieses Wort gibt:

In Bibel-Apps ist jedes Wort mit dem entsprechenden Glossareintrag verlinkt. Ein Klick darauf öffnet den Eintrag in einem Popup-Fenster. Diese Kennzeichnung der Wörter für Glossareinträge erfolgt im Tool für biblische Begriffe, da Paratext dort die Informationen zu jedem biblischen Begriff Ihres Projekts und den entsprechenden Versen speichert. (Wörter, die für Ihr Projekt keine biblischen Begriffe sind, benötigen höchstwahrscheinlich keinen Glossareintrag.)
Um mehr darüber zu erfahren, wie Paratext das Erstellen und Formatieren Ihres Glossars vereinfachen kann, Lesen Sie unsere Anleitung..
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[1]. Katharine Barnwell und Richard C. Blight, Wie man ein Glossar und ein Sachregister erstellt (SIL International, 1996; 2002; 2010).
[2]. Ibid.
